Apr 26
Inkontinenzbedarf bei Frauen höher
Inkontinenzbedarf bei Frauen höher. Deutlich mehr Frauen als Männer leiden an Inkontinenz. Während rund 2,8 Millionen Frauen inkontinent sind, ist es nur bei etwa 430 000 Männern in Deutschland der Fall. Dies ergeben neueste Studien verschiedener Institute. Frauen über 65 Jahren seien dabei besonders häufig betroffen. Trotz der eingeschränkten Lebensqualität gehen viele Frauen jedoch erst spät zum Arzt. Alles unterhalb der Gürtellinie ist noch immer Tabuthema für viele Erwachsene Frauen und Männer. Inkontinenz bei Frauen wird häufig durch Schwangerschaften und die damit verbundene Schwächung des Beckenbodens verursacht. Man unterscheidet zwei Formen der Inkontinenz: Bei der Belastungs-Inkontinenz verlieren die Patientinnen Urin, sobald sich der Druck im Bauchraum erhöht, beispielsweise beim Lachen, Niesen oder Husten. In diesen Fällen sei der Schließmuskel defekt. Bei der Drang-Inkontinenz hingegen spannt sich die Muskulatur der gesamten Blase unwillkürlich regelmäßig an. Dadurch erhöht sich der Druck in der Blase und der Urin wird herausgedrückt. Viele Frauen versuchen, mit diesem Problem zu leben. Sie kennen jede öffentliche Toilette in der Stadt und trinken wenig, wenn sie unterwegs sind, was wiederum das Risiko eines Harnweginfektes steigert. Problematisch sei allerdings auch das Verhalten einiger Urologen: Einige Ärzte erkennen das Leiden nicht und schicken die Frauen leider wieder nach Hause. Dabei könne den Betroffenen meist gut geholfen werden. Bei einer Belastungs-Inkontinenz kann in einer Operation ein Kunststoffband wie eine Hängematte unter die Blase gesetzt und der Schließmuskel so gestärkt werden. Eine Drang-Inkontinenz wird dagegen oft mit Medikamenten behandelt. Das Ergebnis: Bis zu 90 Prozent der Patientinnen sind anschließend beschwerdefrei.
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